PROF. DR. MED. JUTTA PETERS

… ist als langjährige Spezialistin für Brustdiagnostik bekannt. Sie arbeitete zunächst in der Universitätsklinik Frankfurt. Im Jahre 1993 wurde sie Gesellschafterin der Radiologischen Praxis am Bethanien Krankenhaus. 2007 gründete sie das Gemeinschaftsprojekt der Radiologischen Praxen Bethanien Krankenhaus und Adickesallee – das Brustzentrum Opernplatz – und baute die Screening-Einheit Frankfurt und Main-Taunuskreis (Brustkrebs-Früherkennungsprogramm) auf. Sie leitete die Screeningeinheit bis Mitte 2012. Danach war sie bis 2018 im Radiologischen Zentrum Offenbach tätig.

Seit Juli 2017 ist sie Angestellte Ärztin in der Radiologie Sachsenhausen in Frankfurt wo sie ihre Arbeit in gewohnter Weise fortsetzt. Zusätzlich ist sie seit 2017 in der Radiologie im Klinikum Wetzlar angestellt, wo sie neben allen anderen brustdiagnostischen Maßnahmen auch die Vakuumbiopsie durchführt.

1962–1968 Medizinstudium an der FU in Berlin
1968–1969 Medizinalassistentin in Berlin und Marburg
1970 Approbation als Ärztin
1970–1974 Wissenschaftliche Assistentin an der Universitätsklinik Marburg und am Max-Planck-Institut in Göttingen
1974–1976 Forschungsstipendiatin an der Universität von Kalifornien, San Francisco, USA
1976–1978 Wissenschaftliche Assistentin im Gustav-Embden-Zentrum für Biologische Chemie in Frankfurt
1978–1984 Facharztausbildung am Zentrum der Radiologie der Universitätsklinik Frankfurt
1984–1993 Oberärztin an der Universitätsklinik Frankfurt
1992 Habilitation über das Thema „Möglichkeiten der modernen bildgebenden Mammadiagnostik”
1993–2012 Mitglied der Gemeinschaftspraxis Radiologie am Bethanien Krankenhaus
2005 Ernennung zur Professorin an der Universitätsklinik Frankfurt
2007–2012 Programmverantwortliche Ärztin für das Mammogaphiescreening (Brustkrebs-Früherkennungsprogramm) für Frankfurt und Main-Taunus-Kreis. Mitbegründerin des Brustzentrums am Opernplatz
2012–2016 Radiologisches Zentrum Offenbach
2014 Radiologie Sachsenhausen, zunächst als freie Mitarbeiterin, ab 2017 auch als Angestellte Ärztin
2017 Angestellte Ärztin in den Lahn-Dill-Kliniken in Wetzlar

Frau Professor Dr. Peters ist Mitglied in der Deutschen Gesellschaft für Senologie und in der Deutschen Röntgengesellschaft. Sie ist Delegierte der Landesärztekammer Hessen und dort auch Mitglied des Finanzausschusses.

LEISTUNGEN

MAMMOGRAPHIE

Es handelt es sich um eine Röntgenuntersuchung der Brust, die nach wie vor die Basis für die Früherkennung von Brustkrebs ist. Die Untersuchung wird mit digitaler Technik durchgeführt, was mit einer nur geringen Strahlenexposition verbunden ist.

Um die Bilder zu erstellen, wird die Brust in 2 Ebenen zwischen zwei Plexiglasplatten fest zusammengedrückt. Damit werden folgende Effekte erzielt:

  • Die Überlagerung wird vermindert und das Bild somit besser auswertbar.
  • Unschärfen durch Bewegung werden vermieden (ähnlich wie das Luftanhalten bei einer Röntgenaufnahme der Lunge) und
  • je stärker gedrückt wird, desto geringer ist die Strahlenexposition. Die Röntgenassistentin stellt sich darauf ein und wendet nur soviel Druck an, wie die Patientin tolerieren kann.
  • Wichtig: vor der Mammographie kein Deo verwenden und die Haut nicht eincremen.

Frauen machen sich häufig Sorgen um die Strahlenexposition bei der Mammographie. Sie fragen sich also, ob damit Brustkrebs ausgelöst werden kann. Bisher gibt es keinen einzigen nachgewiesenen Fall, bei dem durch eine Mammographie Brustkrebs ausgelöst wurde. Da aber bei diesem Verfahren Röntgenstrahlen angewendet werden, besteht dabei zumindest ein theoretisches Risiko.

Die Strahlendosis, die notwendig ist, um eine Mammographie einer Brust in 2 Ebenen durchzuführen, beträgt heutzutage im Schnitt 1 mGray. Dies ist eine sehr geringe Dosis. Um eine Brustkrebserkrankung bei einer Frau auslösen zu können, müsste man 100 Mammographien pro Jahr bei ihr durchführen. Das heißt: Eine Früherkennungsmammographie alle 2 Jahre oder bei Risikopatientinnen jedes Jahr löst keinen Brustkrebs aus. Frauen, die die Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki überlebt haben, waren einem Vielfachen dieser Dosis ausgesetzt. Sie sind nicht vermehrt an Brustkrebs erkrankt.

ULTRASCHALL

Bei der Ultraschalluntersuchung wird das Bild mit Hilfe von Schallwellen erzeugt. Sie ergänzt die Mammographie, wenn das Drüsengewebe der Frau sehr dicht ist und die Mammographie allein noch Fragen offen lässt. Sie kann z.B. sicher zwischen Flüssigkeitsansammlungen und Gewebeknoten, also zwischen Zysten und gutartigen bzw. bösartigen Tumoren unterscheiden. Bei jungen Frauen (unter 30 Jahren) kommt man oft mit dem Ultraschall allein aus. Zystenpunktionen und Stanzbiopsien werden unter Ultraschallkontrolle durchgeführt.

KERNSPINTOMOGRAPHIE (MRT)

Bei der Kernspintomographie wird das Bild mit Hilfe von Magnetfeldern erzeugt. Sie sollte nicht als alleinige Früherkennungsuntersuchung durchgeführt werden. Es handelt sich um eine Untersuchung, die sehr sensitiv (empfindlich, erkennt Veränderungen sehr genau) aber wenig spezifisch ist (kann zwischen gutartigen und bösartigen Veränderungen auch nicht immer sicher unterscheiden). Deshalb sollte die Kernspintomographie der Brust nur in Kenntnis des Mammographie- und Ultraschallbefundes erfolgen und beurteilt werden, also auch von jemandem, der alle drei Untersuchungen durchführt.

ZYSTENPUNKTIONEN

Zysten sind harmlose, flüssigkeitsgefüllte Hohlräume in der Brust. Sie können groß werden und sind dann als Knoten tastbar. Im Ultraschall lässt sich eine Zyste leicht von einem soliden gutartigen oder bösartigen Knoten unterscheiden. Mit einer Punktion kann man Zysten schnell entleeren, ohne dass hierfür eine örtliche Betäubung erforderlich ist. Es handelt sich nur um einen Einstich, ähnlich wie bei einer Blutentnahme.

MILCHGANGSDARSTELLUNG (GALAKTOGRAPHIE)

Wenn aus einer Brust aus einem der 8-12 Milchgänge spontan Flüssigkeit austritt, wird diese Untersuchung durchgeführt. Es wird Kontrastmittel in diesen Milchgang eingebracht und anschließend eine Mammographie in 2 Ebenen angefertigt. Damit kann man winzige gutartige oder bösartige Veränderungen im Milchgang erkennen, die mit anderen Methoden nicht nachweisbar sind.

STANZBIOPSIE

Unter Ultraschallkontrolle wird Gewebe aus einem Knoten entnommen. Dies geschieht in örtlicher Betäubung. Normalerweise genügen 3-4 Gewebezylinder, um ein zuverlässiges Ergebnis bei der feingeweblichen Untersuchung zu erhalten. Der Eingriff dauert etwa 10 Minuten.

Frau Professor Peters führt in der Regel alle für eine Diagnose notwendigen Untersuchungen an einem Termin durch. Das heißt, wenn in der Mammographie ein bösartiger Tumor entdeckt wird, bietet sie nach entsprechender Aufklärung die notwendige Biopsie an.

VAKUUMBIOPSIE

Mit der Vakuumbiopsie werden Gewebeproben, meist feiner Kalk, aus Regionen der Brust entnommen, die krankheitsverdächtig aber im Ultraschall nicht zu sehen sind. Die Entnahme findet in örtlicher Betäubung an speziell dafür ausgerüsteten Mammographiegeräten statt. Der Eingriff dauert etwa 20 Minuten. Frau Professor Peters führt diese Biopsien in der Radiologie der Lahn-Dill-Kliniken durch.

AMBULANTE BEHANDLUNG VON ABSZESSEN IN DER BRUST

Bei stillenden Frauen kommt es hin und wieder zu einem Milchstau, der eine Entzündung eines Teils der Brust verursachen kann. Diese Entzündung ist nicht durch Bakterien, sondern nur durch den Stau bedingt. Deshalb wird sie am besten mit vermehrtem Stillen behandelt, damit der Stau beseitigt wird. Wird die Entzündung bzw. der Stau aber nicht rechtzeitig behandelt, kann es zu einem Abszess kommen. Dieser muss weder antibiotisch noch operativ behandelt werden. Eine ultraschallgesteuerte Entleerung des Eiters mit einer Nadel, gegebenenfalls kombiniert mit Spülen mit Kochsalzlösung, beseitigt den Abszess und die Beschwerden. Normalerweise sind 1 bis 2 Entleerungen notwendig, bis der Abszess vollständig beseitigt ist. Der Vorteil dieser Behandlung ist, dass sie einfach und effektiv ist, dass sie ambulant durchgeführt werden kann und dass das Stillen dadurch nicht beeinträchtigt wird.

AKTUELLES

INTERVIEW MIT PROF. DR. PETERS

BRUSTDIAGNOSTIK:
Magnetresonanztomographie versus Mammographie

Erschienen in der Zeitschrift Mamma MIa!

Die Mammographie ist die Standarduntersuchung in der Brustkrebsdiagnostik. Sie wird auch im so genannten Screeningprogramm eingesetzt, das jedoch nur Frauen zwischen 50 und 69 Jahren berücksichtigt. Was die Frauen machen können, die nicht in diese Altersgruppe fallen, wann es sinnvoll sein kann, eine zusätzliche MRT machen zu lassen und was in der Nachsorge empfohlen wird, erläutert Frau Prof. Jutta Peters aus Frankfurt.

Mamma Mia!: Frau Prof. Peters, was sagen Sie Frauen, die aus Angst vor zu hoher Strahlenexposition keine Mammografie machen lassen wollen?
Prof. Dr. Jutta Peters: Die Strahlenexposition ist minimal. Es gibt nur ein theoretisches, jedoch kein reales Risiko, damit Brustkrebs zu erzeugen. Und: Eine frühe Erkennung von Brustkrebs ist wesentlich wichtiger als ein nur theoretisches Risiko, mit der Mammographie Schaden zu verursachen.

Mamma Mia!: Das Mammographie-Screeningprogramm spricht Frauen von 50 bis 69 an. Es gibt jedoch sehr viele Frauen, die früher beziehungsweise später erkranken. Welche bildgebenden Diagnoseverfahren würden Sie jüngeren/älteren Frauen empfehlen? In welchem Intervall?
Prof. Dr. Jutta Peters: Den jüngeren Frauen empfehle ich ab 40 Jahren eine Mammographie in 2-Jahresintervallen kombiniert mit Ultraschall und den Frauen zwischen 35 und 40 Jahren nur Ultraschall. Frauen über 70 rate ich, alle zwei Jahre zur Mammographie zu gehen und eine Ultraschalluntersuchung nur, wenn die Brust noch sehr dicht ist, das Drüsengewebe also noch so gut erhalten und deshalb ein Ultraschall sinnvoll ist.

Mamma Mia!: In welchen Fällen ist die MRT der Mammografie überlegen?
Prof. Dr. Jutta Peters: Die MRT kann der Mammographie überlegen sein, wenn ein Tastbefund vorhanden ist und weder die Mammographie noch der Ultraschall einen krankhaften Befund ergeben haben. Oder, wenn länger nach einer brusterhaltenden Operation eine minimale Veränderung der Narbe auftritt und mit Mammographie beziehungsweise Ultraschall die Differenzialdiagnose zwischen Narbe und Rezidiv nicht sicher gestellt werden kann. Diese Fälle sind eher selten.

Mamma Mia!: Thema Nachsorge: Leitlinien zufolge sollte nach BET die betroffene Seite alle sechs und die gesunde Seite alle zwölf Monate mittels einer Mammografie untersucht werden. Wie lange sollte dieses Intervall eingehalten werden? Wie sieht die Nachsorge nach fünf beziehungsweise zehn Jahren aus?
Prof. Dr. Jutta Peters: Bis zu drei Jahre nach der Operation sollte dieses Intervall eingehalten werden. Danach empfehlen wir bis ans Lebensende eine Mammographie im 1-Jahresintervall.

Mamma Mia!: Genetisch belastete, junge Frauen bekommen im Programm für familiären Brust- und Eierstockkrebs eine jährliche MRT-Untersuchung als Alternative zur Mammografie. Begründung: das meist dichte Brustdrüsengewebe und die Strahlenexposition im jungen Alter. Nicht genetisch belastete, junge Frauen, die an Brustkrebs erkrankt sind, müssen jedoch alle sechs beziehungsweise zwölf Monate zur Mammografie gehen, MRT ist keine Kassenleistung. Wäre es nicht sinnvoll, vielleicht MRT/Mammografie im jährlichen Wechsel durchzuführen, um weniger Strahlenexposition (insbesondere in der gesunden Brust) zu verursachen?
Prof. Dr. Jutta Peters: Bei genetisch belasteten, jungen Frauen wird das MRT mehr wegen der hohen Dichte des Drüsengewebes als wegen der Strahlenexposition bei der Mammographie empfohlen. Dies wird meist auch individuell gehandhabt: Wenn die junge Frau eine transparente Brust hat, kann die Früherkennung auch durch die Mammographie durchgeführt werden. Die Mammographie mit digitaler Technik hat inzwischen nur noch eine sehr geringe Strahlenexposition, wobei die Geräte der Fa. Sectra – jetzt Phillips – die geringste Strahlenexposition aufweisen. Und: Mikrokalk, der auch ein Hinweis auf ein Mammakarzinom sein kann, ist mit MRT so gut wie nie zu erkennen. Deshalb würde ich bereits betroffenen Frauen nicht zu Mammographie und MRT im Wechsel raten. Selbstverständlich sollte bei diesen Frauen auch an die Strahlenexposition der gesunden Brust gedacht werden – bei der bestrahlten Brust spielt sie ja im Vergleich zu der Bestrahlungsdosis keine Rolle. Aber, die digitale Mammographie hat bei sehr niedriger Strahlenexposition eine hohe diagnostische Aussagekraft.

NEUES AUS DER PRAXIS

Eine schöne Erinnerung an eine gemeinsame Aktion sind die vom Kinderchor Ölberg gestalteten BH’s, die als Bildcollage in meiner Praxis ausgestellt sind.

ARTIKEL IM HESSISCHEN ÄRZTEBLATT

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